Finanzierung / FAQ

Wie wurde Drachenväter finanziert?

Über die deutsche Crowdfunding-Plattform Startnext. Das Ziel: Wir wollten genug Vorbestellungen zusammen bekommen, damit wir das Buch nicht nur als E-Book, sondern auch als großformatiges, vierfarbiges gedrucktes Buch produzieren können. Das hat geklappt. Binnen gut zwei Monaten steuerten Unterstützer 20.511 Euro bei – damit ist Drachenväter eines der bislang erfolgreichsten Buch-Crowdfundingprojekte in Deutschland. 

Welche Quellen wertet Ihr aus? Welche Literatur habt Ihr verwendet?

Wir verwenden ein breites Spektrum von Primär- und Sekundärquellen. Dazu gehören beispielsweise alte Ausgaben von Spielezeitschriften wie Dragon, White Dwarf oder Alarums & Excursions, vorhandene Interviews mit Spieledesignern, alte Zeitungsartikel oder Radiobeiträge, aber auch die Spiele selbst (wir haben den Großteil des alten Zeugs im Original vorliegen). Dazu kommt Sekundärliteratur zum Thema Spiele und fantastischer Lliteratur von Howard bis Tolkien und von Lovecraft bis Rice.

Habt Ihr Interviews geführt?

Wir haben um die 40 Interviews geführt. Unter anderem mit:

  • Baur, Wolfgang
  • Cook, Monte
  • Dancey, Ryan S.
  • Franke, Elsa
  • Franke, Jürgen
  • Fuchs, Werner
  • Garriott, Richard
  • Hickmann, Tracy
  • Jackson, Steve
  • Livingstone, Ian
  • Loomis, Rick
  • Lukschandl, Eduard
  • Malmberg, Frederik
  • Perrin, Steve
  • St. Andre, Ken
  • Weis, Margaret
  • Zocchi, Lou

Wie akademisch wird Euer Buch? Gibt es Fußnoten im Anhang?

Drachenväter soll ein populäres Sachbuch werden. D.h., dass wir alle verwendeten Quellen im Anhang kenntlich machen, aber nicht jede Aussage mit einer wissenschaftlich korrekten Fußnote versehen. Das Buch soll inhaltlich und sachlich so präzise und korrekt wie möglich sein, gleichzeitig aber leicht zugänglich bleiben und unterhalten.

Wie nerdig wird Euer Buch?

So nerdig, dass hoffentlich selbst langjährige Rollenspieler darin Anekdoten und Geschichten entdecken, die sie noch nicht kennen. Gleichzeitig soll das Ganze aber auch für den allgemein am Thema interessierten Nicht-Rollenspieler verständlich sein. Ausführliche Berichte über Follow, Diplomacy, die Entstehung von Das Schwarze Auge und die Herkunft des Stadtnamens Gareth wird es geben – eine Betrachtung der Unterschiede der Kampfsysteme von DSA 2 und DSA 3 eher nicht.

Kommt mein System XYZ vor?

Wer sich an die Hochphase in den Achtzigern erinnert, weiß, dass es damals weit über hundert Systeme gab. Wir werden (leider!) nicht alle beleuchten können. Im Fokus steht bei den angelsächsischen Rollenspielen natürlich die Geschichte von D&D, bei den deutschen die von Midgard und Das Schwarze Auge. Es wird außerdem ein Kapitel mit Porträts weiterer wichtiger oder außergewöhnlicher Systeme geben darunter Empire of the Petal Throne, Traveller, Shadowrun, Vampire, Paranoia oder Call of Cthulhu.

Warum heißt das Buch Drachenväter?

Der Titel geht zurück auf einen Artikel, den Konrad nach dem Tod des D&D Miterfinders Dave Arneson schrieb. Der hieß “Der Drachenvater”.

Ursprünglich waren auch noch andere Titel im Gespräch, aber wir fanden, dass der am besten passt. Schließlich geht es um einige verträumte Kindsköpfe, die durch ihre Fantasie und ihre Liebe zu Spielen etwas völlig Neues geboren und aufgepäppelt haben – D&D und damit alles, was danach kam. Womit wir übrigens keineswegs andeuten wollen, dass es nicht auch großartige Drachenmütter gibt  wie etwa Elsa Franke, Margaret Weis oder Liz Danforth.

Warum steht die gedruckte Ausgabe von Drachenväter im Mittelpunkt?

Wir haben uns wirklich lange mit der Frage beschäftigt, ob man heutzutage überhaupt noch gedruckte Bücher machen soll. Wenn wir das Projekt rein digital abwickelten, wäre auf den ersten Blick ja alles viel einfacher: Vertrieb, Auslieferung Produktionskosten.

Auf den zweiten Blick ist es aber deutlich komplizierter. Wer sich schon mal einen Comic oder ein bebildertes Sachbuch für den Kindle gekauft hat, weiß, dass das eine ziemlich traurige Angelegenheit ist und nicht viel Spaß macht. Für reinen Text sind digitale Formate inzwischen spitze. Für ein Coffee Table Book zum Entdecken und Schmökern sind gedruckte Bücher aber unserer Ansicht immer noch viel besser geeignet.

Eine komplett eigene App zu bauen, die das Coffee-Table-Book-Feeling rüberbringt, ist extrem schwierig  (manche würden sogar sagen, dass dies noch niemandem gelungen ist), würde viel mehr Geld kosten und dann auch noch all jene ausschließen, die kein 10-Inch-Tablet besitzen. Deshalb setzen wir auf Print. WIr haben nur beim Crowdfunding die Chance, so ein Ding zu finanzieren – wenn viele vorbestellen, wird die gedruckte Ausgabe finanzierbar. On-Demand-Digitaldruck käme deutlich teurer.

Wir werden natürlich trotzdem digitale Versionen produzieren, die allerdings optisch deutlich weniger opulent sein werden. Wir arbeiten da mit Profis zusammen, die viele E-Book-Umsetzungen machen. Wer die Digitalausgabe möchte, bekommt sie für einen geringen Aufpreis dazu.

Gibt es Mengenrabatt?

Uns leuchtet natürlich sofort ein, dass eine Rollenspielrunde mit fünf Personen auch fünf Drachenväter-Bücher braucht. Es gibt deshalb ein entsprechendes, rabattiertes Dankeschön – Fünferpack zum Vorzugspreis.

Wird es das Buch später auch im regulären Buchhandel geben?

Vielleicht, aber auf keinem Fall zu diesem Preis. Dahinter steht keine fiese Marketingstrategie, sondern die hässliche Realität des Buchdrucks. Wenn man einen Haufen Vorbestellungen hat und eine größere Stückzahl druckt, sind die Kosten pro Buch relativ niedrig, weil man mit anderen Verfahren drucken kann. Wenn man im Digitaldruck später auf Nachfrage einzelne Exemplare nachdrucken lässt, sind diese deutlich teurer. Bei einem durchgehend vierfarbigen Buch mit über 300 Seiten und vielen Fotos können das schnell 60 oder 70 Euro sein. Und das wäre dann der Preis, zu dem wir die bekämen – und der Buchhändler will ja auch noch was verdienen.